Willkommen

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage!

Schön, dass Sie sich für unseren Onlineauftritt interessieren. Als Pfarrer der Pfarrgemeinde Roding und der Expositurgemeinde Trasching heiße ich Sie herzlich willkommen.


Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben …? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“.
Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:
Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da.
Das versuchen wir in vielfältiger Weise.
Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Holger Kruschina, Pfarrer

Aus dem aktuellen Pfarrbrief:

Unser Tabernakel in Roding ist kaputt. Das Schloss hat seinen Geist aufgegeben. Es musste ausgebaut und versandt werden, damit ein passender Ersatz gebaut werden kann. Es ist ein eigenartiges Gefühl, in den Kirchenraum zu kommen und das ewige Licht zu vermissen.

Dabei war es eh nicht schon immer da! Es ist spannend, eine Zeitreise durch den Kirchenraum, seine Funktion und seine Ausstattung zu unternehmen. Am Beginn des Christentums brauchte es keine riesigen Versammlungsräume, große Wohnzimmer, Innenhöfe („Hauskirchen“) oder auch mal ein gemieteter Saal genügten. Selbst nachdem die Eucharistie vom Sättigungsmahl getrennt worden war, bedeutete gottesdienstliche Versammlung etwas ganz anderes als das in der heidnischen Umwelt der Fall war. Der Leib des Herrn war die Gemeinde selbst! Das eucharistische Brot, das man im Gedenken an Jesus Christus segnete und teilte, war Leib Christi, indem es in den Leib Christi, die Gemeinde, als eucharistische Speise einging. Eine eucharistische Verehrung war in dieser Zeit und in diesem Konzept überhaupt nicht vorgesehen.

Noch die ersten großen Kirchen im vierten Jahrhundert sollten sich ausdrücklich von den heidnischen Tempeln absetzen, indem sie schlicht und praktisch der Versammlung der Gemeinde dienten. Vom griechischen Wort für Versammlung (ecclesia) haben heute in vielen europäischen Sprachen die Kirchen noch ihren Namen (chiesa, eglise). Die Eucharistie wurde als Krankenkommunion oder Wegzehrung außerhalb des Versammlungsraums aufbewahrt. Erst als sich im Mittelalter sprachlich und liturgisch die verkostete Eucharistie der Gemeinde entfremdete, meist nur noch der der Feier vorstehende Klerus die Kommunion selbst pflegte, entstand eine Schaufrömmigkeit im Blick auf die Eucharistie und die Frage stellte sich, was sie „für sich“ ist: Leib des Herrn auch ohne Kommunion. So setzte die Verehrung der Eucharistie ein – und natürlich brauchten die Hostien ab da einen entsprechenden Aufbewahrungs-ort. In der Gotik war das zunächst ein „Sakramentshäuschen“ (gibt es z. B. noch im Regensburger Dom). Schließlich wanderte der „Tabernakel“ in die Blick-Mitte und damit auf den (barocken) Altar.

Über Jahrhunderte blieb es bei der seltenen, meist nur jährlichen Kommunion – und der umso stärker gepflegten eucharistischen Anbetung mit viel Brauchtum, wie wir es heute noch von Fronleichnam her kennen. Nicht erst mit dem II. Vatikanischen Konzil (das wird von manchen gern übersehen...) aber setzte sich eine eucharistische Reform in Gang: Der hl. Papst Pius X. (+1914) förderte die Frühkommunion der Kinder und die tägliche Kommunion der Gläubigen, sowie die „tätige Teilhabe/Teilnahme“ an der Liturgie. 50 Jahre später griff das Konzil diesen Begriff auf und führte konsequent fort, was schon zwei Generationen vorher begonnen hatte. Durch die Vereinfachung der Riten und vor allem den Gebrauch der Muttersprache sollte diese tätige Teilnahme noch besser ermöglicht werden. Alte Kirchen wurden (übrigens nicht zum ersten mal) umgebaut, neue – so wie die Rodinger Kirche – bekamen eher wieder den Charakter eines Versammlungsraumes – wie vor 1500 Jahren. Ohne lebendige Versammlung, ohne Feier der Eucharistie kein „Leib Christi“.

Natürlich hat der Tabernakel nicht nur der Geschichte wegen einen Platz in unserer Kirche und ich freue mich, wenn mich das ewige Licht bald wieder daran erinnert, dass der Herr bleibend in seiner Kirche gegenwärtig ist. Trotzdem ist die erzwungene Auszeit eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken, dass nach dem Willen des Herrn selbst der „Leib Christi“ kein Selbstzweck ist.

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina